{"id":132,"date":"2020-04-19T10:16:50","date_gmt":"2020-04-19T08:16:50","guid":{"rendered":"http:\/\/marielosophie.de\/?p=132"},"modified":"2020-04-19T10:16:50","modified_gmt":"2020-04-19T08:16:50","slug":"denkst-du-noch-oder-zweifelst-du-schon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/marielosophie.de\/?p=132","title":{"rendered":"Denkst Du noch oder zweifelst Du schon?"},"content":{"rendered":"\n<p>Gerade in der aktuellen Krise habe ich das Gef\u00fchl, dass der Zweifel sich einen gro\u00dfen Platz in meinen Gedanken erobert. Der Zweifel an sich kann gut sein. Wird er allerdings zu sehr in Anspruch genommen, kann es einen auch ganz sch\u00f6n fertig machen. Es ist dann wie bei diesem Spiel, welches wir gerne als Kinder gespielt haben: Pl\u00f6tzlich h\u00f6rt die Musik auf zu spielen, und jeder muss still stehen. Wie eingefroren. Genau dieses Gef\u00fchl habe ich zur Zeit. Nicht nur bei mir, sondern bei der gesamten Welt. Die Welt scheint wie eingefroren. Es geht weder vor noch zur\u00fcck. Gefangen im Virusmodus. Nichts geht mehr. Und da wir zum Stillstand gezwungen sind, wird der Zweifel nach und nach dein st\u00e4ndiger Begleiter. <\/p>\n\n\n\n<p>Je l\u00e4nger die Krise dauert, desto gr\u00f6\u00dfer werden die Zweifel. Du versuchst dich vor den ganzen schlechten Nachrichten wegzugucken. Dich nicht von jeder Meldung treffen zu lassen, die Deine Zweifel weiter sch\u00fcren. Zweifel, wie es weitergehen wird. Zweifel, ob wir mit kleineren Blessuren davon kommen, oder ob diese doch weitaus gr\u00f6\u00dfer ausfallen werden. Zweifel, wie das Leben <em>nach<\/em> der Krise aussehen wird. Der Zweifel kann in normalen Situationen durchaus dein Freund sein. Er kann Dir helfen, bei wichtigen Entscheidungen noch einmal inne zu halten und das Ganz zu \u00fcberdenken. Das ist <em>positiver<\/em> Zweifel. <\/p>\n\n\n\n<p>In der Krise allerdings, wird er schnell zum Hemmnis. Denn der Zweifel bringt in diesem Fall wenig neue Erkenntnis. Er sch\u00fcrt stattdessen dieses Unverm\u00f6gen, einen klaren Gedanken zu fassen und diesem zu folgen. Der Zweifel zieht Deine gesamten Gedanken in Zweifel. Gehst Du gedanklich einen Millimeter vor, kommt er bereits um die Ecke, um Dich wieder Deines Platzes zu verweisen. Nach dem Motto: \u201eWie kannst Du an die Zukunft denken, wo doch die gesamte Welt am Abgrund steht\u201c. Zweifle lieber. An allem und jedem.\u201c Das nervt und blockiert. Leider ist der Zweifel kein Kleidungsst\u00fcck, dass man einfach ablegen kann, wenn man es nicht mehr mag. <\/p>\n\n\n\n<p>Der Zweifel lebt verborgen in Deinen Gedanken. In normalen Zeiten h\u00e4ltst\u00a0 Du in ganz gut in Schach. Ab und zu schafft er es zwar, sich bemerkbar zu machen, doch schaffst Du es fr\u00fcher oder sp\u00e4ter, durch entsprechendes Handeln, ihn wieder in seine Ecke zu verweisen. So l\u00e4sst er Dich in Ruhe. Jetzt aber, ist er ziemlich penetrant. Der Zweifel hat jetzt einen Lauf. Er ist DER Taktgeber in deiner jetzigen Situation. Mir gef\u00e4llt das ganz und garnicht. Und doch hab ich leider zur Zeit nicht wirklich einen richtigen Einfluss auf ihn. Zwar versuche ich den Zweifel auszutricksen, aber das gelingt mir nur m\u00e4\u00dfig. <\/p>\n\n\n\n<p>Ganz leise klingt es in meinem Innern. Ich versuche wegzuh\u00f6ren, aber die Stimme des Zweifels ist nicht abzustellen. Es w\u00e4re sch\u00f6n, h\u00e4tte ich einen Regler den ich einfach runterdrehen k\u00f6nnte, um den Zweifel auf stumm zu schalten. Ich habe auch das Gef\u00fchl, je mehr Raum sich dieser Zweifel in meinem Hirn erobert, desto gr\u00f6\u00dfer wird er. Wie bei diesem H\u00f6rbuch: F\u00fcttere den wei\u00dfen Wolf und nicht den schwarzen, der als Synonym f\u00fcr den Zweifel steht. Je mehr Futter mein Zweifel, in Form von Desaster Nachrichten erh\u00e4lt, desto m\u00e4chtiger wird er. Will ich das? Nein, das will ich nicht. Und deshalb schreibe ich auch dar\u00fcber, damit mein Zweifel nicht unkontrolliert durch mein Innerstes flattern und Schaden anrichten kann. Ich hab gemerkt, dass ich zwar keinen Regler habe, um ihn stumm zu schalten. Ich kann ihm allerdings das Futter verweigern. Sprich: Ich h\u00f6re einfach auf, ihn mit Unmengen an Desaster Nachrichten zu f\u00fcttern, so dass er zumindest nicht gr\u00f6\u00dfer werden kann. Wohl dosiert, hole ich mir die derzeitigen Nachrichten.<\/p>\n\n\n\n<p> Ich hab mir quasi eine Nachrichtendi\u00e4t verpasst. Nein, nicht <em>mir<\/em>, sondern meinen schwarzen Wolf. Der hat in den letzten Wochen mehr als genug zu Fressen bekommen. Es reicht. Jetzt kommt die Di\u00e4t. Und mit der Nachrichtendi\u00e4t ist auch wieder mehr Platz f\u00fcr andere Gedanken. Zum Beispiel, wie sch\u00f6n es ist, sich Dingen zu widmen, f\u00fcr die sonst im Alltag keine Zeit ist. Es f\u00e4llt schwer, solche Gedanken zu zulassen, denn die Krise ist ja nicht weg. Und die Auswirkungen sind furchtbar, aber was n\u00fctzt es, sich das immer wieder vor Augen zu halten? Nichts! Es zieht einen nur gewaltig runter und man ist &#8211;\u00a0 wie bei diesem Kinderspiel &#8211; wie erstarrt. <\/p>\n\n\n\n<p>Und das kann nicht die L\u00f6sung sein. Der Weg ist der, dass ich meine Zuversicht mehr f\u00fcttere und meine Zweifel aushungern lasse. Das gelingt mir nicht jeden Tag, aber jeden Tag ein wenig besser. Lasst eueren schwarzen Wolf nicht zum Monster werden lassen durch die t\u00e4glichen Horrormeldungen. Dosiert die Nachrichten auf ein Minimum. Nutzt den Rest der gewonnen Zeit f\u00fcr sch\u00f6ne Dinge, gute Dinge die euren wei\u00dfen Wolf richtig sch\u00f6n gro\u00df werden lassen. Er wird es euch danken, in dem er euch mehr Freude und Zuversicht schenkt. Und beides brauchen wir in diesen schwierigen Zeiten besonders.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p><span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-amber-color\"><strong>Eure Marielosophie<\/strong><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gerade in der aktuellen Krise habe ich das Gef\u00fchl, dass der Zweifel sich einen gro\u00dfen Platz in meinen Gedanken erobert. Der Zweifel an sich kann gut sein. Wird er allerdings zu sehr in Anspruch genommen, kann es einen auch ganz sch\u00f6n fertig machen. Es ist dann wie bei diesem Spiel, welches wir gerne als Kinder gespielt haben: Pl\u00f6tzlich h\u00f6rt die Musik auf zu spielen, und jeder muss still stehen. 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