{"id":128,"date":"2020-04-14T19:27:42","date_gmt":"2020-04-14T17:27:42","guid":{"rendered":"http:\/\/marielosophie.de\/?p=128"},"modified":"2020-04-14T19:27:42","modified_gmt":"2020-04-14T17:27:42","slug":"was-jetzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/marielosophie.de\/?p=128","title":{"rendered":"Was jetzt?"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap\">Ostern ist vorbei und die die ganze Welt hofft auf baldige Lockerungen des Shutdown. Expertenmeinungen werden eingeholt, ganze Gremien aus den unterschiedlichsten Disziplinen diskutieren \u00fcber die Art und Weise, wie wir einen langsamen Wiedereinstieg in das normale Leben hinbekommen, ohne Gefahr zu laufen, eine zweite Infektionswelle auszul\u00f6sen. Es ist eine Gratwanderung. Und ich m\u00f6chte gerade nicht in der Haut von Angela Merkel stecken und auch nicht in denen der L\u00e4nderchefs, die letztendlich diese Entscheidung fr\u00fcher oder sp\u00e4ter treffen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben von der versprochenen Bundeshilfe immer noch keinen Cent gesehen. Zum Gl\u00fcck war die Landeshilfe nach 4 Tagen da. Aber das Geld ist f\u00fcr Mietzahlung und die sonstigen fixen Kosten, die unbeirrt auch in Zeiten von Corona weiterlaufen, l\u00e4ngst aufgebraucht. Jetzt brauchen wir unbedingt m\u00f6glichst ASAP die Bundeshilfe, sonst k\u00f6nnte es haarig werden. Es ist schwer, in diesen Zeiten einen k\u00fchlen Kopf zu behalten. Gerade f\u00fcr Selbst\u00e4ndige wird es dieser Tage immer wieder deutlich, dass wir uns auf Messers Schneide bewegen. Ich m\u00f6chte an eine gute Zukunft denken, an <em>die<\/em> Zukunft, wie sie <em>vor<\/em> Corona f\u00fcr uns ausgesehen hat. Mit gut laufendem Atelier und der Aussicht, mit tollen Ideen das Atelier zu einer festen kulturellen Institution zu etablieren. Es waren sch\u00f6ne Aussichten, spannende. <\/p>\n\n\n\n<p>Doch jetzt ist alles ungewiss. Zumindest, was die Zukunft betrifft. Nachwievor sind wir zuversichtlich. Aber es ist nicht einfach, die Ruhe zu bewahren, wenn alles um einen herum im Corona Chaos versinkt. Aber was ist die Alternative? Die kann nicht sein, d\u00fcster und hoffnungslos nach vorne zu schauen. Und doch bemerke ich oft eine leise Stimme in mir, die versucht, mich auf schlechte Zeiten vorzubereiten. Die <em>anderen<\/em> M\u00f6glichkeiten mit in Betracht ziehen. Habe ich gestern geh\u00f6rt. Im DLF. Dort wurde der Historiker Bazon Brock interviewt. Dieser Mann glaubt keineswegs, dass sich nach der Krise grundlegend etwas \u00e4ndern wird. Vor allem sagt er, dass es unser gr\u00f6\u00dfter Fehler in der Vergangenheit war, dass wir das Eintreten von <em>anderen<\/em> M\u00f6glichkeiten in unsere Entscheidungsfindung nicht mit ber\u00fccksichtigt haben Und das ist mehr als fahrl\u00e4ssig. <\/p>\n\n\n\n<p>Wir beziehen in der Regel in unsere Entscheidungsfindung nur die M\u00f6glichkeiten ein, die wir uns f\u00fcr unsere Zukunft vorstellen k\u00f6nnen. Die <em>anderen<\/em> M\u00f6glichkeiten, vor denen wir uns in der Zukunft eigentlich sch\u00fctzen wollen, werden gar nicht ber\u00fccksichtigt. So h\u00e4tten wir uns in dieser Krise von Anfang an besser auch auf eine Zukunft vorbereitet, die eben genau jetzt eingetreten ist: N\u00e4mlich zuwenig Schutzbekleidung, zu wenig Masken. Zu wenig Intensivbetten (in Italien) zu haben. H\u00e4tten wir vor dem\u00a0 Ausbruch der Krise auch an diese M\u00f6glichkeit gedacht, w\u00e4ren gen\u00fcgend Schutzmasken und Schutzkleidung f\u00fcr \u00c4rzte und Pfleger herangeschafft worden. Stattdessen wurden kostbare Wochen damit verschwendet, das Virus zu verharmlosen und auf eine Zukunft zu hoffen, in der ja alles nicht so schlimm wird. Und genau <em>das<\/em> ist der Fehler, der sich durch die gesamte Menschheitsgeschichte zieht.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Ich fand diese Ausf\u00fchrungen mehr als erhellend, und dazu passt auch der Spruch (von dem ich leider nicht wei\u00df, von wem er stammt):&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Auf das Beste hoffen und auf das Schlimmste vorbereitet sein.<\/em><\/strong>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><em>Vorbereitet<\/em> sein! Genau das ist es. Und man kann nur vorbereitet sein, wenn man auch die <em>anderen<\/em> M\u00f6glichkeiten ber\u00fccksichtigt, die eintreten k\u00f6nnten! Nur wenn man <em>alle<\/em> M\u00f6glichkeiten in seine Entscheidungsfindung mit einbezieht, ist man vorbereitet. Alles andere ist nur Augenwischerei. Vom Guten auszugehen, aber auf das Schlimmste gefasst sein, das ist die wahre Kunst der Entscheidung. Und die Bundesregierung sollte sich auf jeden Fall in den n\u00e4chsten Tagen auch um die Szenarien k\u00fcmmern, die gedanklich und psychologisch nicht popul\u00e4r sind, dennoch aber eintreten k\u00f6nnten und darauf ihre Entscheidung f\u00fcr das weitere Vorgehen aufbauen. <\/p>\n\n\n\n<p>Nur wenn man auch das schlimmste Szenario ber\u00fccksichtigt, wird man nicht \u00fcberrascht und hat eine Chance die Geschicke so zu lenken, dass <em>die<\/em> Zukunft dabei herauskommt, die man sich w\u00fcnscht. Nur mit dem Schlimmsten im Gep\u00e4ck, kann man dem Guten begegnen. Alles andere, ist nicht mehr als Wunschdenken und hat mit der Realit\u00e4t nichts zu tun.<\/p>\n\n\n\n<p>Hoffen wir auf das Beste und denken auch an das Schlimmste, dann sind wir vor \u00dcberraschungen gefeit.<\/p>\n\n\n\n<p><span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-amber-color\"><em>Eure Marielosophie<\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ostern ist vorbei und die die ganze Welt hofft auf baldige Lockerungen des Shutdown. Expertenmeinungen werden eingeholt, ganze Gremien aus den unterschiedlichsten Disziplinen diskutieren \u00fcber die Art und Weise, wie wir einen langsamen Wiedereinstieg in das normale Leben hinbekommen, ohne Gefahr zu laufen, eine zweite Infektionswelle auszul\u00f6sen.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1,13],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/marielosophie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/128"}],"collection":[{"href":"https:\/\/marielosophie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/marielosophie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/marielosophie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/marielosophie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=128"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/marielosophie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/128\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":129,"href":"https:\/\/marielosophie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/128\/revisions\/129"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/marielosophie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=128"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/marielosophie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=128"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/marielosophie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=128"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}